Energiebeschaffung als Hausverwalter - strategische Überlegungen für die Zukunft
- Peter Leonhardt
- 10. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Die Energiebeschaffung stellt Wohnungsverwaltungen im Jahr 2025 vor komplexe Herausforderungen. Steigende und volatile Energiepreise, neue gesetzliche Vorgaben und ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit erfordern einen strategischen Ansatz.
Reine Kostenminimierung greift zu kurz.
Dieser Artikel zeigt, warum und wie Wohnungsverwaltungen ihre Energiebeschaffung zukunftssicher gestalten können.
In der Vergangenheit lag der Fokus der Energiebeschaffung oft primär auf dem günstigsten Preis. Doch die aktuelle Situation zeigt, dass dies nicht mehr ausreicht. Die Gründe dafür sind vielfältig:
Hohe Preisvolatilität: Die Energiemärkte sind unberechenbar. Niedrige Preise heute können morgen schon wieder Geschichte sein. Langfristige Planungssicherheit ist wichtiger als kurzfristige Ersparnisse.
Regulatorische Anforderungen: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und steigende CO2-Preise setzen neue Standards. Wer hier nicht handelt, riskiert Strafen und langfristig höhere Kosten.
Mietererwartungen: Mieter legen Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Moderne Wohnungsverwaltungen, die dies berücksichtigen, sind attraktiver.
Versorgungssicherheit: Krisen und geopolitische Einflüsse können die Energieversorgung beeinträchtigen. Eine diversifizierte Beschaffung minimiert Risiken.
Strategische Überlegungen für Wohnungsverwaltungen: Was bedeutet das konkret für Wohnungsverwaltungen? Hier sind einige strategische Überlegungen:
Langfristige Planung:
Nicht nur auf den nächsten Monat schauen, sondern langfristige Verträge mit Preisgarantien abschließen.
Szenarien entwickeln: Was passiert bei steigenden/fallenden Preisen?
Energetische Sanierung planen: Welche Maßnahmen sind sinnvoll und langfristig kostensparend?
Diversifizierung:
Nicht nur auf einen Energieträger setzen (z.B. nur Gas).
Erneuerbare Energien in Betracht ziehen: PV-Anlagen auf Dächern, Mieterstrommodelle.
Unterschiedliche Lieferanten prüfen, um Abhängigkeiten zu reduzieren.
Energieeffizienz:
Gebäude energetisch sanieren (Dämmung, Fenster, Heizung).
Moderne Heizsysteme einbauen (Wärmepumpen).
Mieter über Energiesparmaßnahmen informieren und sensibilisieren.
Digitalisierung:
Smart Meter einsetzen, um den Verbrauch zu überwachen und zu optimieren.
Energiemanagementsysteme nutzen, um Prozesse zu automatisieren.
Datenanalyse zur Prognose und Optimierung der Beschaffung.
Partnerschaften:
Mit Energieversorgern, Energieberatern und Handwerkern zusammenarbeiten.
Von Förderprogrammen profitieren (KfW, BAFA).
Netzwerke nutzen, um von Best Practices zu lernen.
Transparenz und Kommunikation:
Mieter über die Energiebeschaffungsstrategie informieren.
Verbrauchswerte transparent machen.
Bei Mieterhöhungen die Gründe nachvollziehbar erklären.
Chancen nutzen:Eine strategische Energiebeschaffung ist nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Chance:
Kostenkontrolle: Durch langfristige Verträge und Effizienzmaßnahmen können Kosten langfristig gesenkt werden.
Imagegewinn: Nachhaltige und energieeffiziente Wohnungen sind ein Wettbewerbsvorteil.
Mieterzufriedenheit: Mieter schätzen Transparenz und Engagement für Nachhaltigkeit.
Beitrag zum Klimaschutz: Wohnungsverwaltungen können einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.
Fazit
Wohnungsverwaltungen, die ihre Energiebeschaffung strategisch angehen, sind für die Zukunft gerüstet. Es geht nicht mehr nur um den günstigsten Preis, sondern um ein Gesamtkonzept, das Risiken minimiert, Chancen nutzt und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet.
